Die Konstruktion der Dampflokomotive Bauart Mallet
Überblick Fahrwerk Dampfmaschine Kessel Sonstiges
Die heute als Malletlok bekannte Maschine ist definiert als Gelenklokomotive mit einem fest im Rahmen angeordneten Triebwerk (hinten) und einem kurvenbeweglichen Triebwerk in einem Drehgestell (vorn), wobei beide durch Verbundwirkung angetrieben werden. Der Dampf strömt dabei zunächst mit vollem Kesseldruck in die Hochdruckzylinder des hinteren Triebwerks, um dann mit etwa der halben Spannung das Niederdrucktriebwerk zu bewegen. Vor allem in den USA kamen nach Entdeckung der Dampfüberhitzung auch Heißdampf-Malletloks mit einfacher Dampfdehnung, also ohne Verbundwirkung, zum Einsatz. Damit wollte man höhere Fahrgeschwindigkeiten erzielen und die Schleuderneigung vermeiden.
Folgende Ziele wurden mit der Entwicklung der Mallet-Lokomotive angestrebt:
- gute Kurvengängigkeit bei mehr als 3 angetriebenen Achsen
- hohe Leistung bei mittlerem Achsdruck
- Vermeidung von Dichtungsproblemen
- Verbesserung der Fahreigenschaften (Reduzierung des Schlingerns)
- Verbesserung des Wirkungsgrades durch Minderung des Wärmegefälles
Von allen Dampflok-Gelenkbauarten ist die Bauart Mallet die einzige, die nur ein bewegliches Triebwerk besitzt, denn das Hochdrucktriebwerk befindet sich feststehend im Rahmen. Durch diese Anordnung wollte A. Mallet die bekannten Schwierigkeiten der Meyer- und Fairly-Loks vermeiden.
Bei den Bauarten Meyer und Fairly bereiteten die auftretenden Undichtheiten der vielen Dampfleitungen, die für die beiden beweglichen Fahrgestelle erforderlich waren, Probleme. Schwachpunkt war dabei vor allem die Zuführung des unter hohem Druck stehenden Frischdampfes für das Hochdrucktriebwerk. Außerdem erforderten die beweglichen Teile ständig hohen Wartungsaufwand und verursachten hohe Unterhaltungskosten. Weiterer Nachteil war das durch die beiden beweglichen Laufwerke starke Schlingern der Maschinen.
Die Malletlok hat bei Vorwärtsfahrt einen guten und ruhigen Kurvenlauf. Bei Rückwärtsfahrt tritt jedoch, bedingt durch das steife hintere Fahrwerk ohne Laufachsen, ein unruhiger Lauf ein, wobei in Kurven Stöße deutlich zu spüren sind. Nachteilig ist das allen Gelenkloks eigene Schleudern des ND-Triebwerks, da bei Bergfahrt das Drehgestell ent- und das Rahmentriebwerk belastet wird. Daraufhin fällt der Druck zwischen beiden Maschinen ab und die HD-Maschine beginnt ebenfalls zu schleudern, da ihr der Gegendruck fehlt. Der Lokführer braucht schon einige Erfahrung, um eine Mallet sauber zu fahren.
Zusammengefasst stellt die Malletlok gegenüber anderen Gelenklok-Bauarten eine Weiterentwicklung dar. Bei Vorwärtsfahrt wies sie bessere Fahreigenschaften auf. Zudem wurden die technischen Probleme anderer Bauarten deutlich reduziert.
Fahrwerk Dampfmaschine Kessel Sonstiges