Die Konstruktion der Dampflokomotive Bauart Mallet
Überblick Fahrwerk Dampfmaschine Kessel Sonstiges
Das Fahrwerk einer Mallet-Lokomotive besteht eigentlich nur aus zwei normalen Steifrahmen-Fahrwerken hintereinander. In den meisten Fällen war die Achszahl der vorderen und der hinteren Treibgruppe gleich. Im Laufe der Zeit wurden Mallet-Lokomotiven mit 4 bis 10 angetriebenen Achsen gebaut. 10fach gekuppelte Mallets gab es allerdings nur in einer Baureihe in den USA. Sie blieben auch dort auf nur eine Bahngesellschaft beschränkt.
Jedes der beiden Fahrwerke besitzt einen eigenen Rahmen, wobei der hintere (in wenigen Fällen auch der vordere) Hauptrahmen eine unbewegliche Einheit mit dem Kessel und dem Führerstand bildet. Dieser Rahmen ist soweit verlängert, dass er bis etwa zur Mitte des Drehgestells reicht und sich auf diesen aufstützt. Dies geschieht einfach mittels Gleitplatten. Zwei Rückstellfedern dämpfen das Schlingern des Drehgestells (bedingt durch die hin- und hergehenden Massen der Kolben und Stangen) und unterstützen die Rückführung in die Geradeaus-Stellung an Kurvenausgängen. Die Auflage des Hinterwagens auf den Vorderwagen ist nicht gefedert, da sich das Drehgestell nur in seitliche Richtung bewegen kann. Die Achsfederung übernimmt wie bei einer Steifrahmen-Lokomotive den Ausgleich von Schienenstößen und sonstigen Unebenheiten in vertikaler Richtung. Der Hauptrahmen war bei einigen, meist schmalspurigen, Mallet-Lokomotiven als Außenrahmen ausgeführt, um den nötigen Platz für einen geräumigen Aschkasten zu schaffen.In diesem Fall befinden sich die Rahmenwangen vor den Rädern, diese liegen also innerhalb des Rahmens. Die Mehrzahl der Mallet-Lokomotiven hatte jedoch Innenrahmen sowohl als Hauptrahmen als auch im Drehgestell.
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| Vorderwagen von 99 5901 |
Beide Fahrwerke sind durch ein Drehgelenk miteinander verbunden. Dieses besteht aus einem oder zwei Bolzen größeren Durchmessers, die in einem Stahlgußstück gelagert sind, welches sich zwischen den Hochdruckzylindern befindet.
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| Hinterwagen von 99 5901 |
Hinsichtlich der Anordnung und Ausführung der beiden Treibgruppen gab es auch konstruktive Abwandlungen, vor allem in den USA. Es wurden Gelenklokomotiven der Bauart Mallet ohne Verbundwirkung gebaut, also mit vier identischen Zylindern, als auch Lokomotiven mit zwei Treibgruppen, die aber nicht gelenkig waren, sondern einen ganz normalen Steifrahmen besaßen. Nach dem Patent aus dem Jahre 1884 besitzt eine Mallet-Lokomotive sowohl ein Drehgelenk als auch Verbundwirkung, so dass die Abwandlungen eigentlich nicht als Mallet-Lokomotiven bezeichnet werden können.
Der Lokomotivkessel hat zwei Auflagepunkte auf dem Rahmen. Bei gewöhnlichen Steifrahmenlokomotiven ist er unter der Rauchkammer fest mit dem Rahmen verbunden und liegt im Bereich des Führerhauses beweglich auf. Der Grund dafür ist die Wärmeausdehnung des Kesselmaterials, die etwa 2 mm pro Meter Kessellänge beträgt. Bei Mallet-Lokomotiven hingegen ist der Kessel am hinteren Ende, also im Bereich des Führerhauses fest mit dem Rahmen verbunden und ist nach vorn hin auf Gleitstücken beweglich gelagert.
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